Kündigung in der Probezeit: Das müssen Sie wissen

Die Probezeit dient dazu, dass Arbeitgeber und Angestellter testen, ob die Zusammenarbeit dauerhaft funktioniert. Eine Kündigung ist in dieser Phase für beide Seiten leichter und schneller möglich – muss aber Mindeststandards erfüllen.

Kurz gesagt

  • Die Probezeit ist eine Testphase, in der Unternehmen und Mitarbeiter das Arbeitsverhältnis flexibler beenden können.
  • Eine Kündigung ist ohne Grund möglich, zudem gilt in der Regel eine verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen.
  • Unabhängig von der Länge der Probezeit setzt der gesetzliche Kündigungsschutz immer erst nach sechs Monaten ein.

Die Probezeit wird zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses zwischen dem Unternehmen und dem neuen Mitarbeiter vereinbart. Sie dient als Prüf- und Kennlernphase – für beide Seiten:

  • Der Arbeitgeber findet heraus, ob der neue Mitarbeiter ins Team passt und die nötigen Fähigkeiten besitzt.
  • Der Arbeitnehmer kann testen, ob das Betriebsklima und der Aufgabenbereich ihm zusagen.

In der Probezeit haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer mehr Flexibilität: Beide können das Arbeitsverhältnis schneller und unkomplizierter beenden. Anders als bei einer ordentlichen Kündigung muss der Arbeitgeber in dieser Phase keinen Kündigungsgrund angeben.

Eine Probezeit ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, sondern wird immer individuell im Arbeits- oder Tarifvertrag vereinbart. Sie darf maximal sechs Monate betragen.

Innerhalb der Probezeit gilt für Unternehmen und Angestellte eine verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Frist kann abweichen, wenn tarifvertraglich eine andere Regelung getroffen wurde. Auch eine fristlose Kündigung während der Probezeit ist unter Umständen möglich. Das Arbeitsverhältnis endet dann unmittelbar mit der Zustellung des Kündigungsschreibens.

Eine weitere Besonderheit der Probezeit ist der Zustelltermin: Die Kündigung muss nicht wie üblich zu einem bestimmten Termin, z. B. dem 15. oder dem letzten Tag eines Monats zugehen.

Das Arbeitsverhältnis endet immer genau 14 Tage nach dem Zugang des Schreibens. Eine Kündigung in der Probezeit ist also jederzeit möglich. Sie kann sogar am letzten Tag der Probezeit ausgesprochen werden.

Nein, gesetzlicher Kündigungsschutz tritt grundsätzlich immer erst nach sechs Monaten ein – unabhängig davon, welche Probezeit vereinbart ist. Der Zeitraum zwischen dem Ende der Probezeit und dem Einsetzen des Kündigungsschutzes wird als “Wartezeit” bezeichnet.

Der Vorteil einer kürzeren Probezeit aus Sicht des Arbeitnehmers ist, dass sich die Kündigungsfrist in der Wartezeit von zwei auf vier Wochen erhöht.

Im Arbeitsrecht gibt es Personengruppen, die als besonders schützenswert gelten. Auch in der Probezeit werden folgenden Arbeitnehmern teilweise Sonderrechte eingeräumt.

  • Auszubildende: Für Azubis gilt eine kürzere Probezeit von maximal vier Monaten.
  • Schwangere: Schwangere können auch in der Probezeit nicht gekündigt werden. Für sie gilt laut Mutterschutzgesetz auch in der Testphase bereits Kündigungsschutz.
  • Schwerbehinderte: Der besondere Kündigungsschutz für Schwerbehinderte gilt erst nach sechs Monaten.

Nein, auch wenn das Kündigungsschutzgesetz noch nicht greift, muss der Arbeitgeber bei einer Kündigung in der Probezeit doch ein Mindestmaß sozialer Rücksichtnahme einhalten. In den folgenden Fällen ist eine Kündigung in der Probezeit unzulässig.

Kündigung zur Unzeit

Eine Kündigung zur Unzeit bedeutet, dass der Mitarbeiter einer besonders hohen Belastung ausgesetzt ist, zum Beispiel nach dem Tod eines nahen Familienmitglieds.

Sittenwidrigkeit und Willkür

Eine Kündigung in der Probezeit muss ethische Mindeststandards einhalten. Sie darf beispielsweise nicht aus Rache oder Vergeltung erfolgen.

Diskriminierung

Es ist grundsätzlich verboten, Menschen wegen ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu kündigen

Maßregelung

Eine Kündigung darf nicht als Maßregelung oder Bestrafung eingesetzt werden, wenn der Arbeitnehmer in zulässiger Weise seine Rechte ausübt.

Achtung: Auch bei einer Kündigung in der Probezeit muss der Arbeitgeber den Betriebsrat informieren. Tut er dies nicht, ist die Kündigung trotz Probezeit unwirksam.

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Wer innerhalb der Probezeit selbst kündigt oder verhaltensbedingt gekündigt wird, kann eine Sperre von bis zu 12 Wochen auf das Arbeitslosengeld I erhalten. Die Arbeitsagentur überweist die Leistung in diesem Fall erst nach Ablauf der Sperrfrist.

Bei einer Eigenkündigung kann die Sperre im Einzelfall entfallen, wenn der Arbeitnehmer schwerwiegende Gründe für die Kündigung hatte. Es empfiehlt sich, mögliche Konsequenzen bereits vor der Kündigung direkt mit der Arbeitsagentur zu besprechen.


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