Kündigung des Arbeitsvertrags: Das müssen Arbeitnehmer beachten

Durch die sogenannte Eigenkündigung beenden Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis mit einem Unternehmen. Der Beitrag erklärt, was auf jeden Fall in der Kündigung stehen muss – und welche freiwilligen Inhalte Ihnen Vorteile verschaffen können.

Kurz gesagt

  • Auch Arbeitnehmer können ein Arbeitsverhältnis jederzeit von sich aus kündigen.
  • Damit die Kündigung wirksam ist, müssen bestimmte Formalien und die Kündigungsfrist eingehalten werden.
  • In der Probezeit, der Elternzeit und vor Dienstantritt können abweichende Fristen gelten.

Welche Formvorschriften gelten für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses?

Auch Angestellte haben jederzeit das Recht, ihr Arbeitsverhältnis zu beenden. Beim Verfassen der Kündigung müssen sie bestimmte gesetzliche Formvorschriften einhalten – ansonsten kann es passieren, dass die Kündigung unwirksam ist.

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Pflicht: Das muss in der Kündigung stehen

Die folgenden Punkte sind bei der Kündigung eines Arbeitsvertrags verpflichtend und müssen in jedem Fall beachtet werden, damit das Schreiben wirksam ist.

  • Schriftform: Eine Kündigung muss zwingend schriftlich erfolgen – und zwar auf Papier. Mündlich, per E-Mail, Fax oder WhatsApp ist sie nicht wirksam.
  • Kündigungserklärung: Für den Empfänger muss eindeutig erkennbar sein, dass der Arbeitnehmer kündigt. Am besten durch eine Betreffzeile, die das Wort “Kündigung” enthält und einen einleitenden Satz wie etwa “hiermit kündige ich das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis”.
  • Kündigungszeitpunkt: Die Kündigung muss den Termin benennen, zu dem Kündigung gilt. Es empfiehlt sich, sowohl das konkrete Kündigungsdatum gemäß der individuellen Kündigungsfrist als auch die Formulierung „bzw. zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ anzugeben. Details zur Kündigungsfrist im nächsten Hauptkapitel.
  • Unterschrift: Die Kündigung muss zwingend handschriftlich unterschrieben werden, um wirksam zu sein. Eine elektronische oder eingescannte Unterschrift reicht nicht aus.
  • Zustellung: Die Kündigungsfrist läuft, sobald die Kündigung dem Empfänger zugeht. Die sicherste Variante ist, das Schreiben persönlich zu übergeben und sich die Zustellung vom Vorgesetzten oder der Personalabteilung quittieren zu lassen.

Optional: Das kann in der Kündigung stehen

Die nachfolgenden Inhalte sind freiwillig, können aber von Vorteil für Arbeitnehmer sein, die ein Arbeitsverhältnis von sich aus beenden.

  • Arbeitszeugnis: Das Kündigungsschreiben kann die Bitte um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthalten. Es steht Arbeitnehmern rechtlich zu und erleichtert die Jobsuche.
  • Kündigungsbestätigung: Wer kündigt, trägt im Zweifel die Beweislast. Um sicherzugehen, empfiehlt es sich, den Arbeitgeber zu bitten, den Eingang der Kündigung und ihre Wirksamkeit schriftlich zu bestätigen.
  • Danksagung: Wer sich im Guten trennt, kann das Kündigungsschreiben für eine kurze Danksagung nutzen – beispielsweise: “danke für die gute Zusammenarbeit und die Möglichkeit, mich fachlich weiterzuentwickeln”.
  • Begründung: Anders als ein Unternehmen müssen Arbeitnehmer keinen Grund für die Kündigung angeben. Wer dies dennoch tun möchte, sollte dabei sachlich bleiben.

Welche Frist gilt bei der Kündigung meines Arbeitsverhältnisses?

Bei der Kündigung eines Arbeitsvertrags müssen sich beide Vertragspartner – also sowohl das Unternehmen als auch ein Angestellter – an die vereinbarte Kündigungsfrist halten. Diese ergibt sich entweder aus

  • dem Arbeitsvertrag
  • einem Tarifvertrag oder der
  • gesetzlichen Regelung.

Nur wenn keine individuelle Vereinbarung im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag getroffen wurden, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist. Sie beträgt für Arbeitnehmer vier Wochen zum 15. oder zum Ende des Kalendermonats. Achtung: Vier Wochen sind in diesem Zusammenhang immer genau 28 Tage.

In allen Fällen beginnt die Kündigungsfrist aber erst mit der Zustellung des Kündigungsschreibens zu laufen. Der Tag, an dem das Schreiben zugeht, zählt selbst noch nicht. Wird der Kündigungstermin falsch berechnet, greift die Kündigung in der Regel zum nächstmöglichen Termin.

Der späteste Kündigungstermin

Für eine Kündigung zum Monatsende muss das Schreiben dem Arbeitgeber wie folgt vorliegen:

  • Bei einem Monat mit 31 Tagen spätestens am 3. des Monats
  • Bei einem Monat mit 30 Tagen spätestens am 2. des Monats
  • Zum 28. bzw. 29. Februar am 31. Januar bzw. 1. Februar

Für eine Kündigung zum Monatsende muss das Schreiben dem Arbeitgeber wie folgt vorliegen:

  • Bei einem Monat mit 31 Tagen spätestens am 18. des Monats
  • Bei einem Monat mit 30 Tagen spätestens am 17. des Monats
  • Im Februar spätestens am 15. bzw. am 16., wenn es ein Schaltjahr ist

Berechnungsbeispiel

Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat. Wenn das Arbeitsverhältnis also beispielsweise am Mittwoch, den 15. November enden soll, muss die Kündigung dem Arbeitgeber spätestens am Mittwoch, den 18. Oktober zugehen. Ansonsten ist die Kündigung erst zum nächstmöglichen Termin, dem 30. November, wirksam.

Auch bei der Kündigung durch den Arbeitnehmer kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Abfindung fällig werden. Wann genau, erfahren Sie im Beitrag “Abfindung bei Kündigung: So gibt’s Entschädigung”.

Abweichende Kündigungsfristen in der Probezeit, Elternzeit und vor Dienstantritt

Unter bestimmten Umständen kann die Kündigungsfrist von den üblichen Regelungen abweichen. Dies sind die drei klassischen Fälle aus dem Arbeitsrecht.

Probezeit

In der Probezeit, die maximal sechs Monate beträgt, gilt für beide Seiten eine verkürzte Kündigungsfrist: Arbeitnehmer und Arbeitgeber können das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen beenden.

Elternzeit

Während der Elternzeit ist eine Kündigung durch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jederzeit möglich. Es gilt die gewöhnliche Kündigungsfrist, die sich aus dem Arbeitsvertrag, dem Tarifvertrag bzw. der gesetzlichen Regelung ergibt. Nur zum Ende der Elternzeit gilt automatisch eine Kündigungsfrist von drei Monaten.

Übrigens: Eine Kündigung in der Elternzeit durch den Arbeitgeber ist in der Regel nicht wirksam, da in dieser Phase besonderer Kündigungsschutz besteht.

Kündigung vor Dienstantritt

Auch ein Arbeitsverhältnis, das noch gar nicht angetreten wurde, muss per Kündigung beendet werden. Ist eine Probezeit vereinbart, beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen, ansonsten gilt die individuelle Frist bzw. die gesetzliche Regelung.

Die Frist läuft ab dem Zeitpunkt, zu dem der Arbeitnehmer oder Arbeitgeber die Kündigung erhält. Endet sie erst nach dem vereinbarten Dienstbeginn, muss der Angestellte seine Arbeitsleistung auch erbringen – der Arbeitgeber kann ansonsten Schadensersatz fordern. Durch einen Aufhebungsvertrag lässt sich das Arbeitsverhältnis möglicherweise aber auch einvernehmlich vorzeitig beenden.

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