Fristlose Kündigung: Das müssen Arbeitnehmer wissen

Eine fristlose Kündigung beendet ein Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung. Allerdings liegen die gesetzlichen Anforderungen für eine wirksame Kündigung hoch. Betroffene Arbeitnehmer können sich per Kündigungsschutzklage wehren.

Kurz gesagt

  • Eine fristlose Kündigung beendet ein Arbeitsverhältnis unmittelbar mit der Zustellung des Kündigungsschreibens.
  • Sowohl Arbeitgeber als auch Angestellte können einen Arbeitsvertrag fristlos kündigen.
  • Eine fristlose Kündigung ist nur wirksam, wenn ein schwerwiegender Grund vorliegt und weitere gesetzliche Anforderungen erfüllt sind.

Eine fristlose Kündigung – auch außerordentliche Kündigung genannt – gilt im Arbeitsrecht als das letzte und schärfste Mittel. Anders als bei einer ordentlichen Kündigung muss keine Kündigungsfrist eingehalten werden. Das Arbeitsverhältnis endet unmittelbar in dem Moment, in dem die Kündigung zugestellt wird.

Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber können ein Arbeitsverhältnis in bestimmten Fällen fristlos kündigen. Eine fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber kann für den Mitarbeiter erhebliche negative Konsequenzen mit sich bringen, beispielsweise:

  • Arbeitslosigkeit von einem auf den anderen Tag
  • Sperrzeit beim Arbeitslosengeld
  • Probleme bei zukünftigen Bewerbungen

Eine fristlose Kündigung ist deshalb an besonders hohe rechtliche Anforderungen geknüpft und kann durch eine Kündigungsschutzklage angefochten werden. Wichtig: Nach Erhalt der Kündigung bleiben nur drei Wochen Zeit um Klage zu erheben. Läuft die 3-Wochen-Frist ab, ist die Kündigung in jedem Fall wirksam.

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Die fristlose Kündigung eines Mitarbeiters durch ein Unternehmen ist nur wirksam, wenn sie vier arbeitsrechtliche Voraussetzungen erfüllt – wird auch nur eine davon nicht erfüllt, ist die Kündigung unwirksam und kann vor dem Arbeitsgericht angefochten werden.

Wichtiger Grund

Für die außerordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer muss ein schwerwiegender Kündigungsgrund vorliegen, der das Abwarten der ordentlichen Kündigungsfrist unzumutbar macht. Beispielsweise:

  • dauerhafte Arbeitsverweigerung
  • Betrug, Diebstahl oder Veruntreuung
  • unerlaubte Konkurrenztätigkeit
  • sexuelle Belästigung
  • Mobbing

Vorherige Abmahnung

In der Regel liegt der Grund für die fristlose Kündigung eines Mitarbeiters in seinem Fehlverhalten. Um einen Mitarbeiter verhaltensbedingt fristlos zu kündigen, muss das Unternehmen ihn zuvor wegen eines gleichartigen Verstoßes bereits abgemahnt haben.

In Ausnahmefällen kann eine fristlose Kündigung auch ohne vorherige Abmahnung wirksam sein, wenn

  • eine Verhaltensänderung auch durch eine Abmahnung nicht zu erwarten ist
  • die Pflichtverletzung so gravierend ist, dass eine Weiterbeschäftigung dem Arbeitgeber unzumutbar ist
  • 2-Wochen-Frist

Sobald der Arbeitgeber alle relevanten Informationen über die Pflichtverletzung gesammelt hat, bleiben zwei Wochen, um die fristlose Kündigung auszusprechen. Bevor die Frist zu laufen beginnt, besteht das Recht, den Sachverhalt durch Ermittlungen aufzuklären.

Dies muss allerdings mit der gebotenen Eile geschehen. Nach Ablauf der 2-Wochen-Frist ist nur noch eine gewöhnliche Kündigung mit Kündigungsfrist möglich.

Kein milderes Mittel

Eine fristlose Kündigung muss unausweichlich sein. Sie ist nur wirksam, wenn kein milderes Mittel das Arbeitsverhältnis hätte entlasten können, zum Beispiel:

  • eine fristgemäße Kündigung
  • eine Änderungskündigung
  • eine Abmahnung oder
  • die Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz

Auch Angestellte haben unter bestimmten Umständen das Recht, ihr Arbeitsverhältnis fristlos zu kündigen. Möglich ist aber auch das nur, wenn ein schwerwiegender Grund vorliegt, der es unmöglich macht, bis zum Ablauf der regulären Kündigungsfrist weiterzuarbeiten. Dazu zählen beispielsweise

  • wiederholt verspätete Lohnzahlung
  • grobe Arbeitsschutzverletzungen
  • grobe Beleidigungen und Tätlichkeiten
  • sexuelle Belästigung
  • Mobbing
  • Diskriminierung

Ob Angestellte ihren Arbeitgeber vorab abmahnen müssen, hängt im Einzelfall von der Schwere des Kündigungsgrunds ab: Wer tätlich angegriffen oder schwerwiegend sexuell belästigt wurde, hat das Recht, sofort der Arbeit fernbleiben. Bei ausbleibenden Gehaltszahlungen muss der Arbeitgeber allerdings zunächst unter Fristsetzung abgemahnt werden.

Auch Arbeitnehmer haben nach Bekanntwerden des Kündigungsgrunds 14 Tage Zeit, um die fristlose Kündigung in Schriftform bei Ihrem Arbeitgeber einzureichen. Es empfiehlt sich, Beweise und Zeugenaussagen zu sammeln, um den Kündigungsgrund in einem möglichen Gerichtsverfahren nachweisen zu können.

Mit Ausnahme der Kündigungsfrist gelten auch für eine fristlose Kündigung die formalen Anforderungen des Arbeitsrechts an eine Kündigung des Arbeitsvertrags.

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(Ihr Name)
(Straße)
(PLZ) (Ort)

(Unternehmen)
(z. Hd. Vertragspartner)
(Straße)
(PLZ) (Ort)

Betreff: Fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses (Ort und Datum eintragen)

Sehr geehrte/r Frau/Herr (Vertragspartner eintragen),

hiermit kündige ich das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis vom (Datum des Vertragsbeginns eintragen) ______________ fristlos und aus wichtigem Grund.

Ich kündige aus dem folgenden Grund: (außerordentlichen Kündigungsgrund eintragen) ______________

Weil dadurch keine Grundlage mehr für eine vertrauensvolle und angemessene Zusammenarbeit gegeben ist, ist das Arbeitsverhältnis hiermit mit sofortiger Wirkung beendet.

Wird eine außerordentliche Kündigung wider Erwarten als nicht gerechtfertigt gewertet, kündige ich ersatzweise ordentlich zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Ich bitte um eine schriftliche Bestätigung meiner Kündigung und um eine schnellstmögliche Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses.

Mit freundlichen Grüßen

_______________ (handschriftliche Unterschrift)

_______________ (Namen eintragen)

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