Gekündigt worden? – Das müssen Sie jetzt tun

Zuletzt aktualisiert am 09. Juli 2020

Wenn Arbeitnehmer gekündigt werden, müssen sie vieles beachten. Wir erklären in diesem Ratgeber, was Sie jetzt tun sollten und worauf es zu achten gilt.

Was sie nach einer Kündigung tun müssen

  1. Ruhig bleiben und weiter zur Arbeit gehen
  2. Bei der Agentur für Arbeit melden und Arbeitslosengeld beantragen
  3. Für die Jobsuche: Arbeitszeugnis und Freistellung
  4. Kündigung prüfen

1. Ruhig bleiben und weiter zur Arbeit gehen

  • Ruhig bleiben!

So ärgerlich und überraschend eine Kündigung durch den Arbeitgeber kommen mag: Bleiben Sie ruhig und atmen Sie tief durch! Beschimpfungen oder unfreundliche Antworten auf E-Mails oder dem Ärger gegenüber den Kollegen können zwar kurzfristig für Erleichterung sorgen, schwächen aber in den meisten Fällen Ihre Verhandlungsposition.

  • Vorsicht bei Aufhebungsverträgen!

Sollte Ihr Arbeitgeber Ihnen einem Aufhebungsvertrag vorlegen, unterschreiben Sie diesen erstmal nicht. Lassen Sie sich in diesem Fall keinen Druck machen! Sie sind nicht verpflichtet, den Aufhebungsvertrag sofort zu unterschreiben. Auch hier gilt: Ruhe bewahren! Nehmen Sie sich die Zeit, den Aufhebungsvertrag und die Kündigung prüfen zu lassen!

2. Bei der Agentur für Arbeit melden und Arbeitslosengeld beantragen

Die Begriffe "arbeitssuchend" und "arbeitslos" werden oft synonym verwendet, daher vorweg eine kurze Erklärung. Arbeitssuchend müssen sich Arbeitnehmer melden, die wissen, dass das Arbeitsverhältnis bald enden wird. Dagegen ist eine Meldung als arbeitslos erst notwendig, sobald das Arbeitsverhältnis beendet ist und Sie noch keine Stelle gefunden haben.

  • Arbeitssuchend melden
    Nachdem Sie eine Kündigung erhalten haben, müssen Sie sich spätestens 3 Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden. Ist die Kündigungsfrist kürzer, bleiben Ihnen sogar nur 3 Werktage. Eine Meldung als arbeitssuchend ist auch notwendig, wenn Sie sich mit einer Kündigungsschutzklage gegen Ihre Kündigung wehren wollen. Gravierendere Folgen hat es, wenn Sie sich nicht rechtzeitig arbeitssuchend melden, denn dann erhalten Sie eine einwöchige Sperre beim Arbeitslosengeld.

Um sich arbeitssuchend zu melden, haben Sie folgende Optionen:

  • persönlich vor Ort in einer Dienststelle der Agentur für Arbeit
  • telefonisch unter der kostenlosen Nummer 0800 4 555500
    online auf der Website der Agentur für Arbeit

  • Arbeitslos melden
    Wenn das Arbeitsverhältnis beendet ist und Sie noch keine neue Stelle gefunden haben, müssen Sie sich spätestens am Ende der Kündigungsfrist arbeitslos melden. Reichen Sie Ihre Meldung zur Arbeitslosigkeit zu spät ein, erhalten Sie Ihr Arbeitslosengeld nicht ab Beginn Ihrer Arbeitslosigkeit, sondern erst ab der Meldung. Anders als bei der Arbeitssuchend-Meldung muss die Arbeitslos-Meldung persönlich bei der Agentur für Arbeit erfolgen. Einzig während der Corona-Zeit ermöglicht die Arbeitsagentur auch eine telefonische Meldung.

  • Arbeitslosengeld beantragen
    Zum Erhalt von Arbeitslosengeld müssen Sie einen Antrag ausfüllen und sich persönlich arbeitslos melden. Das entsprechende Formular finden Sie online oder in einer Dienststelle der Agentur für Arbeit. Bei einer persönliche Arbeitslosmeldung beantragen Sie gleichzeitig schon Arbeitslosengeld 1, coronabedingt kann die Identität momentan auch online durch ein sogenanntes "Selfie-Ident-Verfahren" geprüft werden.

3. Für die Jobsuche: Arbeitszeugnis und Freistellung

  • Arbeitszeugnis
    Mit einer Kündigung haben Sie Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Damit Sie ein Zeugnis Ihres Arbeitgebers für neue Jobbewerbungen nutzen können, verlangen Sie am besten ein Zwischenzeugnis. Dieses dient zugleich als Referenz für das Endzeugnis, denn dieses darf in der Regel nicht schlechter sein als das Zwischenzeugnis. Außerdem können Änderungen schon während des Kündigungsschutzprozesses verlangt werden. Verlangen Sie Ihr Zwischenzeugnis am besten so früh wie möglich und vor allem bevor Sie mögliche Schritte gegen Ihre Kündigung unternehmen. Dann stellen Arbeitgeber in der Regel besonders wohlwollende Zeugnisse, in der Hoffnung dass die gekündigten Mitarbeiter leichter eine neue Stelle finden und sich daher nicht gegen die Kündigung wehren. Am besten erstellen Sie einen Zeugnisentwurf für Ihren Arbeitgeber. Das beschleunigt nicht nur die Ausstellung, sondern erhöht auch Ihre Chancen ein Zeugnis entsprechend Ihren Wünschen zu erhalten.

  • Freistellung
    Bei der Suche eines neuen Jobs, werden Sie früher oder später zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Haben Sie einen Termin während der Arbeitszeit, können Sie sich von Ihrem Arbeitgeber freistellen lassen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist Ihr derzeitiger Arbeitgeber sogar dazu verpflichtet Sie auf Antrag von der Arbeit freistellen. Das ist der Fall, wenn es sich nicht um Probezeiten oder Aushilfsbeschäftigungen handelt und der Antrag rechtzeitig vor der Freistellung eingereicht wurde. Außerdem sollten Sie den Antrag schriftlich einreichen und die Befreiung schriftlich bestätigen lassen. Neben dem Vorstellungsgespräch bei einem zukünftigen Arbeitgeber gehören auch Termine
  • bei der Agentur für Arbeit,
  • bei einem Assessment Center,
  • bei privaten Jobvermittlungen sowie
  • zur Absolvierung von Eignungstests und Untersuchungen, soweit sie für eine entsprechende Bewerbung erforderlich sind,
    zu den Ereignissen, für die Ihr Arbeitgeber Sie freistellen muss. Probearbeitszeiten beim möglichen neuen Arbeitgeber sind hingegen nicht vom Zweck der Freistellung zur Arbeitssuche umfasst.

4. Kündigung prüfen

Arbeitgeber dürfen Arbeitnehmer nicht willkürlich kündigen. Wurden Sie zu unrecht gekündigt, können Sie eine Wiederbeschäftigung oder eine Abfindung für den Verlust Ihres Jobs verlangen. Dafür haben Sie eine Frist von 3 Wochen ab Erhalt der Kündigung. Da Arbeitgeber oft nicht alle Kündigungsvorschriften einhalten, sollten Sie Ihre Kündigung in jedem Fall überprüfen.

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