Arbeitnehmerschutz in Zeiten von Corona – so sichern Sie sich ab

Zuletzt aktualisiert am 2. April 2020

Dass die Corona-bedingten Maßnahmen in eine wirtschaftliche Rezession münden werden, steht schon jetzt fest. Doch welche Branchen sind besonders gefährdet? Und wie können sich Arbeitnehmer während der Krise im Falle einer möglichen Kündigung absichern?

Arbeitnehmerschutz in Zeiten von COVID-19

Obwohl das Corona-Virus vor einigen Wochen noch in weiter Ferne schien, hat es nun doch plötzlich Deutschland erreicht und bereits zu drastischen Maßnahmen geführt: Schulen und Restaurants wurden mittlerweile geschlossen und soziale Kontakte auf das Nötigste beschränkt. Und auch die Wirtschaft hat oder wird mit den Folgen der Krise noch zu kämpfen haben. Und damit auch die Arbeitnehmer.

Mögliche Rezession gefährdet Arbeitsplätze

Dass eine wirtschaftliche Rezession nahezu unausweichlich ist – darüber sind sich Experten schon jetzt einig. Doch wie einschneidend sie werden wird, ist im Moment noch nicht absehbar. Denn Ausgangsbeschränkungen in vielen europäischen Ländern, die Schließung aller nicht lebensnotwendiger Geschäfte und derzeit unpassierbare Grenzen werden weitreichende Folgen haben. Glücklich schätzen kann sich momentan nur, wessen Unternehmen nicht von der Corona-Krise betroffen ist.

Sie wurden gekündigt?
Jetzt kostenlos & unverbindlich prüfen

Besonders von Corona betroffene Branchen

In diesen Zeiten besonders gefährdet sind logischerweise Gastronomie, Kulturveranstaltungen, Tourismus und Luftfahrt. Doch nicht nur diese offensichtlichen Branchen sondern beispielsweise auch die Automobilindustrie, Maschinenbau und Textilbranche sind gefährdet. Denn diese Unternehmen agieren international und sind auf ausländische Lieferungen und Zuarbeit angewiesen. Wenn also beispielsweise einzelne Teile eines Kleidungsstücks in mehreren Ländern hergestellt werden, ist die Lieferkette derzeit zwangsweise unterbrochen, was zu wirtschaftlichen Verlusten führen wird.

INFO: Kurzarbeitergeld kann helfen, Kündigungen zu verhindern

Bei schlechter wirtschaftlicher Entwicklung kann Ihr Arbeitgeber Kurzarbeitergeld für seine Mitarbeiter beantragen. Das bedeutet, dass Sie als Arbeitnehmer Ihre wöchentliche Arbeitszeit reduzieren und in dieser Zeit nur ca. 60 % Ihres regulären Nettogehalts für die ausgefallen Arbeitszeit erhalten. Die Höhe des Betrags entspricht ungefähr dem Arbeitslosengeld und wird von Ihrem Arbeitgeber an Sie bezahlt – der wiederum das Geld von der Agentur für Arbeit erstattet bekommt. So kann die wirtschaftliche Flaute für maximal zwölf Monate überbrückt werden. Mit dieser Maßnahme soll verhindert werden, dass der Arbeitgeber seine Belegschaft entlassen muss.

Diese Arbeitnehmerrechte gelten auch während der Corona-Krise

Doch auch in Krisenzeiten sind Arbeitnehmer durch das sogenannte Kündigungsschutzgesetz (kurz KSchG) geschützt. Dieses gilt für Sie, wenn...

  • ...mehr als zehn Mitarbeiter in Ihrem Betrieb arbeiten.
  • ...Sie seit mindesten sechs Monaten in Ihrer Firma beschäftigt sind.

Das Gesetz besagt, dass man Ihnen als Arbeitnehmer nur aus ganz besonderen Gründen kündigen kann. Dazu zählt zum Beispiel die betriebsbedingte Kündigung, wenn Ihr Arbeitgeber beispielsweise die gesamte Abteilung, in der Sie arbeiten, auflöst. Darüber hinaus ist auch eine verhaltensbedingte Kündigung möglich, wenn Sie etwa an Ihrem Arbeitsplatz Material entwenden. Oder aber die Kündigung kann personenbedingt begründet werden, wenn Sie Ihrer Arbeit aus Krankheitsgründen nicht mehr nachkommen können.

All diese Begründungen muss Ihr Arbeitgeber glaubhaft untermauern können. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, könnte die Kündigung möglicherweise unrechtmäßig sein.

Darum sollten Sie Ihre Arbeitnehmerrechte schützen

Besonders in jetzt angespannten Zeiten ist es noch wahrscheinlicher als sonst, dass sich Arbeitgeber nicht an gesetzliche Bestimmungen halten werden. Denn schon zuvor haben leider viele Arbeitgeber ihren Macht- und Informationsvorteil ausgenutzt, um ihren Arbeitnehmern unrechtmäßig zu kündigen.

Die Ausnahmesituation während der Corona-Krise wird dieses Vorgehen voraussichtlich noch verschärfen, da Unternehmen selbst unter großem Druck stehen, ihren Betrieb auch über die zu erwartende Rezession hinaus zu erhalten. Daher ist es jetzt für Arbeitnehmer besonders wichtig, für den Ernstfall der Kündigung gewappnet zu sein.

Kündigung erhalten?
Jetzt kostenlos & unverbindlich prüfen