Abfindung bei Kündigung - Gibt es einen Anspruch?

CONNY - Wir verhelfen Ihnen zu Ihrem Recht.
  • Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung gibt es in der Regel nicht.
  • Die meisten Abfindungen werden aufgrund eines arbeitsgerichtlichen Vergleichs gezahlt.
  • Die Abfindungshöhe kann sich, je nach Verhandlungsgeschick, von 0,5 auf bis zu 4 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr belaufen.

Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Chancen auf eine Abfindung nach der Kündigung durch den Arbeitgeber erhöhen können.

Anspruch auf Abfindung? Wann steht mir eine Abfindung zu?

Einen gesetzlichen Abfindungsanspruch im Kündigungsfall gibt es meist nicht. Da Kündigungen aber oftmals nicht rechtens sind und gegen das Kündigungsschutzgesetz verstoßen, werden in vielen Fällen dennoch Abfindungen gezahlt. Die Abfindung dient dem Arbeitnehmer dann als Ausgleich für die Kündigung. Um eine höchstmögliche Abfindungszahlung zu erreichen und mögliche negative Folgen zu vermeiden, empfiehlt es sich, professionelle Hilfe hierfür in Anspruch zu nehmen.

→ Erfahren Sie hier, wie wir Ihnen helfen können, eine faire Abfindung zu erhalten.

Abfindung nach Kündigung erhalten - wie vorgehen?

Um die Chance auf eine Abfindung bei Kündigung zu erhöhen, sollten Sie keine Zeit verlieren und schnellstmöglich handeln. Es ist hierbei ratsam, sich professionelle Hilfe zu suchen, um schnellstmöglich eine begründete Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einzureichen. Die Klage soll hierbei ungerechtfertigte Kündigung abwehren und endet meist in einer Abfindungszahlung. Ziel der Klage ist nämlich, die Unwirksamkeit der Kündigung vom Gericht überprüfen zu lassen. Dies hilft, um die Verhandlungsposition des Arbeitnehmers zu stärken. Denn wird die Unwirksamkeit der Kündigung nach einem Kündigungsschutz-Prozess einmal festgestellt, muss der Arbeitgeber neben den eigenen Prozess- und Anwaltskosten dem Arbeitnehmer auch den Lohn für die Dauer des Verfahrens nachzahlen – und den Arbeitnehmer wiedereinstellen.

Da dies von beiden Parteien meist unerwünscht und mit Unsicherheiten sowie Kostenrisiken verbunden ist, einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach einer bereits ausgesprochenen Kündigung oftmals auf eine Abfindungszahlung durch den Arbeitgeber. Die Abfindung dient dem Arbeitnehmer als Ausgleich für die Kündigung und kann so vor und während des Prozesses dem Interesse beider Parteien dienen.

→ Doch ist für die Klage Eile geboten! Um eine Kündigungsschutzklage einzureichen, haben Sie ab Zugang der Kündigung nur 3 Wochen Zeit. Danach gilt die Kündigung als wirksam.

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Abfindungshöhe - wie viel Abfindung ist möglich?

Wie viel Abfindung Sie letztlich erhalten, hängt ganz von Ihrem bzw. dem Verhandlungsgeschick Ihres Anwalts ab. Die Abfindungshöhe kann sich dabei von 0,5 auf bis zu 4 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr belaufen. Dies hängt davon ab, ob die Kündigung rechtens ist, diese gegen das Kündigungsschutzgesetz vertößt oder andere Formalien nicht eingehalten wurden. Umso schneller Sie nach Ihrer Kündigung handeln, umso besser kann eine erfolgsversprechende Verhandlungsstrategie ausgearbeitet und ausgeführt werden.

Mit dem CONNY Abfindungsrechner können Sie kostenlos Ihre potentielle Abfindung berechnen. Um gleichzeitig Ihre Erfolgsaussichten auf eine Abfindung herauszufinden, können Sie hier außerdem Ihre Kündigung einer schematischen Prüfung unterziehen und dabei herausfinden, wie hoch Ihre Erfolgsaussichten auf Abfindung sind.

→ Generell gilt: Um Ihre Aussichten auf eine höchstmögliche Abfindungszahlung zu wahren und mögliche negative Folgen zu vermeiden, empfiehlt es sich, professionelle Unterstützung zur Seite zu ziehen. → Erfahren Sie hier, wie wir Ihnen helfen können, eine faire Abfindung zu erhalten.

Abfindung durch Aufhebungsvertrag

Um die Kündigungsschutzklage zu vermeiden, bieten einige Arbeitgeber den gekündigten Arbeitnehmern einen Aufhebungsvertrag, inklusive einer Abfindungszahlung, an. Durch den Aufhebungsvertrag einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einvernehmlich darauf, dass das Arbeitsverhältnis beendet wird.

Auch hier gilt Vorsicht: Als Arbeitnehmer stehen Sie mit einem Abfindungsvertrag in einigen Fällen schlechter da als bei einer Anfechtung der Kündigung durch Anwälte. Die im Vertrag vorgesehene Abfindung ist meist geringer als eine verhandelte Abfindung. Zudem kann das Arbeitsamt im Nachhinein eine Sperrzeit für die Zahlung von Arbeitslosengeld verhängen oder sogar die Abfindung vom Arbeitslosengeld abziehen.

Besonderer Anspruch auf Abfindung aus Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag

In wenigen Fällen kommt ein durchsetzbarer Anspruch auf Abfindung in Betracht:

  1. Ein Abfindungsanspruch kann im Arbeitsvertrag für den Fall der Kündigung vorgesehen sein.
  2. Besteht in Ihrem Betrieb ein Betriebsrat und wurde zwischen ihm und Ihrem Arbeitgeber ein Sozialplan vereinbart, kann sich auch daraus ein Abfindungsanspruch ergeben.
  3. Außerdem kann ein Abfindungsanspruch im anwendbaren Tarifvertrag festgelegt sein. Voraussetzung ist natürlich, dass ein Tarifvertrag auf Ihr Arbeitsverhältnis anwendbar ist.

Um herauszufinden, ob eine derartige Tarifregelung besteht, sollten Sie Ihre Gewerkschaft oder den zuständigen Arbeitgeberverband anfragen. Die ausdrückliche Festlegung einer Abfindungszahlung im Arbeits- oder Tarifvertrag ist nicht immer gegeben. Aber auch ohne einen vertraglichen Anspruch lässt sich eine Abfindung durchsetzen – z.B. mit Hilfe einer Kündigungsschutzklage. Einen Sonderfall stellt zudem die betriebsbedingte Kündigung dar.

Abfindungsanspruch wegen betriebsbedingter Kündigung

Sind betriebliche Gründe die Ursache für die Kündigung, können Sie als Arbeitnehmer auch dann eine Abfindung beanspruchen, wenn Sie keine Kündigungsschutzklage einreichen. Bei der betriebsbedingten Kündigung müssen dringende betriebliche Erfordernisse gegeben sein, die Ihrer Weiterbeschäftigung entgegenstehen. Für den Abfindungsanspruch muss nach §1a KSchG keine Kündigungsschutzklage erhoben werden.

Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten und auf Details zu achten. Weitere Voraussetzung ist nämlich, dass Ihr Arbeitgeber in der schriftlichen Kündigungserklärung den Hinweis gegeben hat, dass die Kündigung auf dringende betriebliche Erfordernisse gestützt wird und dass Sie nach Verstreichen der 3-Wochenfrist eine Abfindung beanspruchen können. Außerdem könnte eine Annahme des Abfindungsangebots als einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses gewertet werden, was später zu Nachteilen bei der Beanspruchung von Arbeitslosengeld führen kann. Lassen Sie sich daher lieber professionell über die einzuhaltenden Schritte und Formalitäten beraten.

Gerichtliches Urteil über eine Abfindungszahlung

Mit der Kündigungsschutzklage verfolgt der Arbeitnehmer primär das Ziel, im Unternehmen weiterbeschäftigt zu werden. Denn im Kündigungsschutzverfahren wird grundsätzlich die Wirksamkeit der Kündigung überprüft. Stellt das Gericht fest, dass die Kündigung unwirksam ist, besteht das Arbeitsverhältnis fort. Sehen die Richter die Kündigung als wirksam an, ist das Arbeitsverhältnis beendet. In Ausnahmefällen kann das Gericht den Arbeitgeber jedoch auch auf Zahlung einer Abfindung verurteilen, wenn die Kündigung unwirksam war. Dafür muss Ihnen als Arbeitnehmer aber die Fortführung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar sein und Sie müssen einen Antrag auf Zahlung der Abfindung stellen.

Abfindung bei Änderungskündigung

Mit einer Abfindung können Sie nicht nur bei einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses rechnen. Auch bei einer Änderungskündigung oder Arbeitszeitverringerung bestehen gute Chancen auf eine Abfindung.

Bei einer Änderungskündigung beendet der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis zu den bisherigen Bedingungen und bietet dem Arbeitnehmer gleichzeitig die Fortführung zu geänderten Arbeitsbedingungen an. Da – genauso wie bei einer Arbeitszeitverringerung – die neuen Beschäftigungsbedingungen für den Arbeitnehmer meist nachteilig sind, kommt eine Abfindung als Nachteilsausgleich in Betracht. Auch im Fall der Änderungskündigung ist die Kündigungsschutzklage eine geeignete Vorgehensweise, um den Arbeitgeber zu einer Abfindungszahlung zu bewegen. Denn auch bei der Änderungskündigung kann mit der Klage die Unwirksamkeit durch das Gericht festgestellt werden.

Abfindung als Zeit- oder Leiharbeiter

Selbst wenn Sie nicht dauerhaft bei Ihrem Arbeitgeber beschäftigt sind, besteht die Chance auf eine Abfindung, wenn Ihnen gekündigt wird. Sind Sie Leiharbeiter, kommt eine Abfindung unter folgenden Bedingungen in Betracht:

  1. Sie waren länger als 3 Monate im Betrieb des Entleihers beschäftigt und wurden durch diesen gekündigt.
  2. Zusätzlich muss eine Betriebsänderung zu Ihrer Kündigung geführt haben und
  3. Der Entleiher muss gesetzeswidrig keinen Interessenausgleich vorgenommen haben.

Wie Sie sehen, ist die Abfindungszahlung nicht ohne Weiteres gewährleistet und es sind einige Tücken zu umgehen, um die Chance auf eine Abfindung nicht zu verspielen. Für Laien auf dem Gebiet des Arbeitsrechts ist es oftmals schwierig, die Situation richtig einzuschätzen und die optimale Strategie zu wählen. Daher lohnt es sich, professionelle Hilfe hinzuzuziehen.

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