Abfindung und Steuer - worauf muss ich achten?

  • Abfindungen sind zwar voll einkommensteuerpflichtig, aber sozialversicherungsfrei.
  • Mit der Anwendung der Fünftelregelung können Sie Steuern sparen.
  • Ihre Netto-Abfindung können Sie durch entsprechende Verhandlungstaktiken erhöhen.

Fallen Steuern & Sozialabgaben auf eine Abfindung an?

Wenn Sie eine Abfindung erhalten, stellen Sie sich wahrscheinlich schnell die Frage, was nach Abzug der Steuer Netto für Sie übrig bleibt? Abfindungen im Zusammenhang mit einer Kündigung oder einem Aufhebungsvertrages stellen außerordentliche Einkünfte dar. Daher unterliegen sie in vollem Umfang Ihrer individuellen Einkommensteuer. In den meisten Fällen können Sie jedoch mit dem richtigen Vorgehen Steuern sparen und so mehr Abfindung erhalten. Dabei spielen insbesondere die Fünftelregelung sowie Verhandlungstaktiken eine wichtige Rolle.

Anders ist es bei der Sozialversicherung. Abfindungen sind hier sozialversicherungsfrei. Allerdings können sich Abfindungen auf Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld auswirken. Eine Abfindung kann unter bestimmten Umständen zu einer Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld führen. Deshalb sollten Sie sich insbesondere vor dem Abschluss eines Aufhebungsvertrages mit Abfindungsvereinbarung immer rechtsanwaltlich beraten lassen.

» Erfahren Sie mehr zum Thema in unserem Artikel über Abfindung und Arbeitslosengeld.

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Die Fünftelregelung bei der Versteuerung von Abfindungen

Aus der Sicht des Fiskus erhöht eine Abfindung Ihr zu versteuerndes Einkommen im Auszahlungsjahr. Das heißt, Sie zahlen aufgrund der Abfindung mehr Einkommensteuern. Damit Ihre wertvolle Abfindung nicht im vollem Umfang versteuert wird, können Sie die Fünftelregelung in Anspruch nehmen. Diese ermöglicht es, Abfindungszahlungen auf 5 Jahre zu verteilen, um Steuern zu sparen. Die genaue Steuerersparnis hängt dabei von den individuellen Umständen ab.

Zur Nutzung der Fünftelregelung sollte Ihre Abfindung in einem Kalenderjahr gezahlt werden. Verschiebt Ihr Arbeitgeber die Zahlung von mehr als 10 % Ihrer Abfindungssumme auf ein anderes Kalenderjahr, kann laut Rechtsprechung die Fünftelregelung nicht mehr angewendet werden (Az. IX R 46/14). Die Abfindungen müssten dann im entsprechenden Jahr voll versteuert werden, was möglicherweise im Vergleich zur Fünftelregelung zu steuerlichen Nachteilen führen könnte.

Steuern sparen mit der Fünftelregelung

Um die Steuerermäßigung über die Fünftelregelung zu verstehen, ist es wichtig zu verstehen, dass mit steigendem Einkommen auch die Steuersätze steigen. Dadurch dass eine Abfindung das Einkommen erhöht, steigen also auch Ihr Steuersatz und Sie zahlen aufgrund der Abfindung mehr Steuern.

Ohne die Fünftelregelung steigt Ihr Steuersatz stark an. Abfindung ohne Nutzung der Fünftelregelung werden in einem Jahr versteuert. Dadurch steigt in dem Jahr der Auszahlung das Einkommen erheblich und Sie zahlen viele Steuern.

Mit Fünftelregelung steigt Ihr Steuersatz deutlich geringer an. Mit der Fünftelregelung verteilen Sie die Abfindung gleichmäßige auf 5 Jahre. Das zu versteuernde Einkommen steigt dadurch zwar auch in den folgenden 5 Jahren, aber vergleichsweise nur geringfügig. Der Steuersatz steigt also deutlich weniger stark an. Durch den vergleichsweise geringeren Steuersatz können Sie insgesamt weniger Steuern zahlen, wenn Sie die Abfindung über die 5 Jahre verteilen.

Beispielrechnung für die Fünftelregelung & Steuerermäßigung

Nehmen wir an, Sie verdienen regulär 40.000 EUR Brutto im Jahr und Sie erhalten eine Abfindungszahlung von 15.000 EUR als Einmalzahlung in 2020. Ohne Berücksichtigung von Ermäßigungen, Freibeträgen oder ähnlichem kämen Sie bei einer Einmalzahlung auf ein zu versteuerndes Einkommen von 55.000 EUR. Bei Anwendung der Fünftelregelung werden dagegen die 15.000 EUR zu je 3.000 EUR auf die folgenden 5 Jahre verteilt. Dadurch hätten Sie ein zu versteuerndes Einkommen von jeweils 43.000 EUR.

Ohne Fünftelregelung würden Sie 5.695 EUR Steuern zahlen. Ohne Abfindung wären jedes Jahr 21,13 % bzw. 8.452 EUR Einkommensteuer zu zahlen. Erhalten Sie Ihre Abfindung und nutzen nicht die Fünftelregelung, würde sich Ihr Steuersatz in dem Jahr auf 25,72 % erhöhen. Bei 55.000 EUR zu versteuerndem Einkommen im Jahr der Abfindung, müssten Sie demnach 14.145 EUR Steuern zahlen, also (14.145 - 8.452) 5.694 EUR für die Abfindung.

Mit Fünftelregelung würden Sie insgesamt nur 5.310 EUR Steuern zahlen. Verteilen Sie die Abfindung auf 5 Jahre hätten Sie einen Steuersatz von 22,13 % pro Jahr und zahlen bei 43.000 EUR Einkommen 9.514 EUR Steuern. Sie würden also für Ihre Abfindung über 5 Jahre 1.062 EUR (9.514 - 8.452) Steuern pro Jahr zahlen. Insgesamt würden sich so Steuerzahlungen von 5.310 EUR für Ihre Abfindung ergeben. Das entspricht einer Steuerersparnis von 374 EUR (5.694 - 5.310), die durch die Fünftelregelung erzielen werden könnte.

Mehr Abfindung erhalten durch geschickte Abfindungsverhandlung

Abfindungsvereinbarungen mit Ihrem Arbeitgeber hinsichtlich Höhe und Zeitpunkt der Zahlung beeinflussen maßgeblich, wie viel Abfindung Sie schließlich erhalten. Um eine möglichst hohe Abfindung zu erzielen, sind Fachwissen und Verhandlungsgeschick entscheidend. Daher empfiehlt es sich bei Abfindungsverhandlung auf die Erfahrung von Experten zu setzen, um mehr Abfindung für Sie rauszuholen.

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