Abfindung & Arbeitslosengeld: Darauf müssen Sie achten

  • Abfindungen können unter Berücksichtigung von Freibeträgen als Vermögen auf das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angerechnet werden.
  • Beim Arbeitslosengeld I kann es bei Abfindungen unter Umständen zu einer Sperr- oder Ruhezeit kommen.
  • Das Arbeitsamt ist über Abfindungszahlungen aus Kündigungsschutzverfahren zu informieren.

Wie wirken sich Abfindungen auf Arbeitslosengeld I und II aus?

Bei Arbeitslosengeld II (Hartz IV) handelt es sich um eine staatliche Sozialleistung. Daher muss bestehenden Vermögen, welches über dem Freibetrag liegt, verwendet bevor Arbeitslosengeld II bezogen werden kann. Da Abfindungen als Vermögen gewertet werden, verringern diese Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld II.

Arbeitslosengeld I stellt dagegen eine Versicherungsleistung dar. Daher spielt Ihr Vermögen keine Rolle und Abfindungen werden grundsätzlich nicht angerechnet. Auswirkungen auf das Arbeitslosengeld I kann es jedoch geben, wenn

  • das Arbeitsverhältnis vorzeitig beendet wird (vor Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist) oder
  • die Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Verschulden des Arbeitnehmers liegt (bspw. bei Aufhebungs- oder Abwicklungsverträgen).

» Mit dem richtigen Vorgehen, können Sie eine Anrechnung Ihrer Abfindung vermeiden oder reduzieren und holen so mehr aus Ihrer Abfindung raus.

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Wann wirken sich Abfindungen auf das Arbeitslosengeld I aus?

Wird die geltende Kündigungsfrist verkürzt oder verschuldet ein Arbeitnehmer die Beendigung des Arbeitsverhältnis, kann die Agentur für Arbeit das Arbeitslosengeld I zeitweise sperren oder aussetzen. Das kann zu erheblichen Einbußen beim Arbeitslosengeld führen.

Welcher Vermögensfreibetrag gilt beim Arbeitslosengeld II?

Es gibt zwei Vermögensfreibeträge bei der Anrechnung von Arbeitslosengeld II:

  • Grundfreibetrag und
  • Altersvorsorge-Freibetrag.

Die Höhe richtet sich nach dem Alter des Anspruchsberechtigten. Beim Grundfreibetrag sind 150 EUR und beim Altersvorsorge-Freibetrag 750 EUR je vollendetem Lebensjahr anrechnungsfrei.

Beide sind in Abhängigkeit des Geburtsjahres wie folgt nach oben begrenzt:

  • vor 1958 geboren: 9.750 EUR Grundfreibetrag, 48.750 EUR Altersvorsorge-Freibetrag,
  • 1958 - 1963 geboren: 9.900 EUR Grundfreibetrag, 49.500 EUR Altersvorsorge-Freibetrag und
  • ab 1964 geboren: 10.050 EUR Grundfreibetrag, 50.250 EUR Altersvorsorge-Freibetrag.

Muss man Abfindungen beim Arbeitsamt melden?

Wenn Sie sich bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden, müssen Sie auch den Grund für die Kündigung mitteilen. Auf diese Weise erfährt das Arbeitsamt bereits über bestehende Aufhebungs- oder Abwicklungsverträge und dazugehörige Abfindungen. Andernfalls fragt das Arbeitsamt nach, ob ein Kündigungsschutzverfahren aussteht. Ist das der Fall, müssen Sie das Arbeitsamt über den Ausgang des Verfahrens und gezahlte Abfindungen informieren.